Drei mechanistische Bereiche dominieren die Peptidforschungslandschaft im Jahr 2026, jeder unterstützt durch Phase-2- oder Phase-3-Klinikdaten, robuste präklinische mechanistische Rahmen und rasch wachsende Literatur.

Triple Inkretin-Rezeptor-Agonismus: Retatrutid und die GCGR-Achse

Retatrutid (LY3437943, Eli Lilly) erweitert den dualen GLP-1R/GIPR-Agonismus durch Hinzufügung von Glucagonrezeptor (GCGR)-Agonismus. Phase-2-Daten (NCT04881760) bei 12 mg/Woche zeigen 24,2% mittlere Körpergewichtsreduktion bei Woche 48 bei Probanden mit BMI 27–50 kg/m² — übertrifft Semaglutid 2,4 mg (SURMOUNT-1: 14,9%) und Tirzepatid 15 mg (SURMOUNT-1: 22,5%) im Querversuchsvergleich.

Mitochondriale Peptidomik: MOTS-c, Humanin und die sORF-Peptidklasse

MOTS-c (21 Aminosäuren, kodiert im 12S-rRNA-Bereich des mitochondrialen Genoms) aktiviert AMPK über formyl-methionyl-Peptidrezeptor (FPR)-Signalgebung in Skelettmuskel und Fettgewebe, verbessert die Insulinsensitivität in diätinduzierten insulinresistenten C57BL/6J-Mäusen bei 5 mg/kg i.p. Humanin (24 Aminosäuren) signalisiert über einen tripartiten Rezeptorkomplex, der CNTFR, WSX-1 und gp130 umfasst, aktiviert STAT3 und bietet Neuroprotektion gegen Aβ₁₋₄₂-Toxizität (10–100 nM).

Senolytische Peptidforschung: FOXO4-DRI und p21-gerichtete Strategien

FOXO4-DRI (D-Aminosäure retro-inverso Peptid der FOXO4 p53-Interaktionsdomäne) zeigte selektive Apoptose von p21-hohen/p16-hohen seneszenten Zellen bei 5 mg/kg i.p. mit Erhalt proliferierender Zellpopulationen. Alle referenzierten Produkte sind ausschließlich für Forschungs- und Laborzwecke.